Bahá'í und das Prinzip der Nichteinmischung in die Politik

 

Die Frage, bis zu welchem Grad ein Bahá'í sich öffentlich über politische und soziale Fragen äußern darf, führt unter Bahá'í zu vielen Diskussionen und intensiven Beratungen. Grundlage ist das von Shoghi Effendi verkündete Prinzip der Nichteinmischung in die Politik.

Dieses Prinzip führt immer noch gerade zu Zeiten eines Donald Trump zu Irritationen und gegenseitigen Vorwürfen unter den Freunden

Leider kommt es hier sehr häufig zu Verkürzungen, die dann Anlass zu Streit geben, z.B. der Behauptung, man dürfe keine Nachrichten sehen, weil man ja Politik "wie die Pest" zu meiden habe.

In den Leseempfehlungen befinden sich dazu zwei Texte, die sich mit der genaueren Ausgestaltung des Verhältnisses der Bahá'í zur Politik auseinandersetzen.

Beide Texte machen klar, dass die Welt so einfach nicht ist. Im Gegenteil fordern die Lehren von uns Differenzierung und eine ausgewogene Betrachtung dieses heiklen Themas.

Der erste Text ist ein Brief im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen Politikwissenschaftler zur Frage politischer Äußerungen im Allgemeinen, der andere ein Brief in Auftrag des Nationalen Geistigen Rates der Vereinigten Staaten zu den 'Women's Marches', die die Amtseinführung des US-Präsidenten begleitet haben.

1. Botschaft an einen Bahá'í zur Sozialpolitik vom 23. Dezember 2008

2. Botschaft des amerikanischen NGR vom 13. Januar 2017

Der zweite Text wurde dankenswerterweise aus dem Englischen durch einen geschätzen, der Gemeinde namentlich bekannten Freund übersetzt.